Gitarrensaiten Stärken Tabelle: String Tension & Zugkraft für Westerngitarre & E-Gitarre 2026

Die richtige Saitenstärke beeinflusst das Spielgefühl, den Klang, die Saitenspannung und auch die Eignung einer Gitarre für bestimmte Stimmungen. Ob 09-42, 10-46 oder 12-53: Die Zahlen auf der Verpackung geben den Durchmesser der einzelnen Saiten in Tausendstel Zoll an.

Doch eine höhere Saitenstärke bedeutet nicht automatisch eine bestimmte Zugkraft. Entscheidend sind zusätzlich Stimmung, Mensur, Saitenmaterial, Konstruktion und Kern der Saite. D’Addario weist ausdrücklich darauf hin, dass String Tension von mehreren Faktoren abhängt und in Pfund oder Kilogramm angegeben werden kann. (D’Addario)

Die folgende Übersicht zeigt typische Saitenstärken für E-Gitarre und Westerngitarre und stellt sie der jeweiligen Saitenspannung gegenüber.

Saitenstärken Tabelle für E-Gitarre

Bei E-Gitarren sind Sätze zwischen 09-42 und 11-49 besonders verbreitet. Für Standardstimmung E-A-D-G-B-E sind beispielsweise 10-46-Sätze ein sehr verbreiteter Allround-Bereich.

Saitensatz Typische Bezeichnung Spielgefühl Geeignet für
08-38 Extra Super Light sehr weich Anfänger, leichte Bendings
09-42 Super Light weich Bendings, Rock, Lead
09-46 Hybrid Light weich bis ausgewogen Allround, Drop D
10-46 Regular Light ausgewogen Allround
10-52 Light Top/Heavy Bottom ausgewogen/straff Rock, Drop D
11-49 Medium straffer Blues, Jazz, Rock
11-52 Medium/Heavy deutlich straffer tiefere Stimmungen
12-54 Heavy sehr straff spezielle Tunings, Jazz

Die genaue Spannung variiert je nach Hersteller. D’Addario gibt beispielsweise für einen 10-46-NYXL-Satz bei Standardstimmung und einer definierten Mensur Einzelspannungen von 16,2 lb für die hohe E-Saite bis 19,0 lb für die A-Saite an. (D’Addario)

E-Gitarre: String Tension nach Saitenstärke

Ein konkretes Beispiel macht die Unterschiede deutlicher. Für D’Addario-E-Gitarrensaiten werden bei einer Standardmensur folgende Werte angegeben:

Satz/Beispiel Hohe E H G D A Tiefe E
09-46 13,1 lb 11,0 lb 14,7 lb 18,4 lb 19,0 lb 16,9 lb
10-46 16,2 lb 15,4 lb 16,6 lb 18,3 lb 19,0 lb 16,8 lb
11-48 19,6 lb 17,8 lb 18,6 lb 22,0 lb 23,0 lb 21,0 lb
11-52 19,6 lb 17,8 lb 18,6 lb 24,7 lb 25,6 lb 21,1 lb

Die Werte zeigen zugleich, warum man Saitensätze nicht ausschließlich anhand der Zahlen auf der Verpackung vergleichen sollte. Konstruktion und Material können die tatsächliche Spannung verändern. (D’Addario)

Saitenstärken Tabelle für Westerngitarre

Bei Westerngitarren sind die Saiten wesentlich dicker als bei vielen E-Gitarren. Typische Sätze liegen beispielsweise bei 10-47, 11-52, 12-53, 13-56 oder 14-59.

Saitensatz Bezeichnung Spielgefühl Typischer Einsatz
10-47 Extra Light sehr weich Anfänger, Fingerstyle
11-52 Custom Light weich Fingerstyle, Allround
12-53 Light ausgewogen Allround
12-54 Light/Custom ausgewogen Begleitung, Fingerstyle
13-56 Medium straff kräftiges Strumming
13-56+ Medium straff Bluegrass, kräftiges Spiel
14-59 Heavy sehr straff spezielle Anwendungen

Die Bezeichnungen sind allerdings nicht vollständig genormt. Was ein Hersteller als „Light“ bezeichnet, kann bei einem anderen Hersteller etwas anders aufgebaut sein.

Westerngitarre: Zugkraft einer 12-53-Saite

Ein gutes Beispiel ist der D’Addario-EJ11-Satz mit 12-53. Der Hersteller gibt bei den sechs Saiten folgende Spannungen an:

Saite Stärke Spannung
e .012″ 23,4 lb
H .016″ 23,3 lb
G .024″ 29,2 lb
D .032″ 29,0 lb
A .042″ 27,5 lb
E .053″ 24,0 lb

Das entspricht insgesamt rund 156,4 lb, also etwa 71 kg Zugkraft über alle sechs Saiten. Die Werte beziehen sich auf die vom Hersteller verwendete Referenzmensur und Standardstimmung. (D’Addario)

Damit wird deutlich, warum eine Westerngitarre insgesamt eine erhebliche Saitenspannung auf den Steg und die Decke überträgt.

13-56 Medium: Noch mehr Zugkraft

Bei einem Medium-Satz mit 13-56 steigt die Spannung nochmals deutlich. D’Addario gibt beispielsweise für den EJ12-Satz bei den drei tiefsten Saiten bereits 34,2 lb für die G-Saite und 34,0 lb für die D-Saite an. (D’Addario)

Ein Heavy-Satz mit 14-59 kann noch höhere Werte erreichen. Beim D’Addario-EJ18 werden beispielsweise für die hohe E-Saite 31,8 lb und für die H-Saite 29,5 lb angegeben. (D’Addario)

Zugkraft in Kilogramm umrechnen

Saitenspannung wird häufig in Pound (lb) angegeben. Für die Umrechnung gilt:

1 lb ≈ 0,454 kg

Damit lassen sich die Werte schnell umrechnen:

Zugkraft ungefähr in kg
10 lb 4,5 kg
15 lb 6,8 kg
20 lb 9,1 kg
25 lb 11,3 kg
30 lb 13,6 kg
35 lb 15,9 kg
40 lb 18,1 kg

Bei einer Gitarre muss jedoch zwischen der Spannung einer einzelnen Saite und der Gesamtzugkraft des gesamten Saitensatzes unterschieden werden.

Gesamtzugkraft eines Gitarrensaitensatzes

Wer die Belastung des Instruments betrachten möchte, kann die Spannung aller sechs Saiten addieren.

Beispiel für einen 12-53-Westerngitarrensatz:

23,4 + 23,3 + 29,2 + 29,0 + 27,5 + 24,0 = 156,4 lb

Das entspricht ungefähr:

156,4 × 0,4536 = 70,9 kg

Ein solcher Satz übt also unter den zugrunde gelegten Bedingungen eine Gesamtzugkraft von rund 71 kg aus.

Bei anderen Sätzen kann die tatsächliche Gesamtspannung erheblich abweichen.

E-Gitarre und Westerngitarre im Vergleich

Warum sind die Zahlen bei Westerngitarren oft höher?

Der wichtigste Grund ist die Konstruktion. E-Gitarren verwenden häufig dünnere Saiten und werden durch Tonabnehmer verstärkt. Eine Westerngitarre muss dagegen den Saitenschwingungen akustisch über die Decke und den Resonanzkörper Schall entlocken.

Deshalb kommen bei Westerngitarren typischerweise wesentlich stärkere Saiten zum Einsatz.

Ein Vergleich zweier konkreter D’Addario-Sätze zeigt das gut:

Merkmal E-Gitarre 10-46 Westerngitarre 12-53
Hohe E 16,2 lb 23,4 lb
H/B 15,4 lb 23,3 lb
G 16,6 lb 29,2 lb
D 18,3 lb 29,0 lb
A 19,0 lb 27,5 lb
Tiefe E 16,8 lb 24,0 lb
Gesamtspannung ca. 102 lb ca. 156 lb
ca. Gesamtgewichtskraft ca. 46 kg ca. 71 kg

Die Werte sind Herstellerangaben für konkrete Saitenmodelle und Referenzbedingungen, nicht universelle Werte für jeden 10-46- oder 12-53-Satz. (D’Addario)

Warum die Saitenstärke allein nicht genügt

Die Angabe „.010“ bedeutet lediglich, dass die betreffende Saite einen Durchmesser von 0,010 Zoll besitzt. Daraus lässt sich nicht ohne Weiteres die exakte Zugkraft ableiten.

Weitere wichtige Faktoren sind:

  • Mensur der Gitarre
  • Stimmung
  • Saitenmaterial
  • Kernmaterial
  • Kernform
  • Wicklung
  • Konstruktion der Saite
  • tatsächliche Frequenz der Saite

D’Addario stellt deshalb detaillierte Spannungstabellen zur Verfügung, die unterschiedliche Saitenkonstruktionen und Stimmungen berücksichtigen. Die zugrunde liegende Referenzmensur für die dort aufgeführten Gitarrenspannungen beträgt 25,5 Zoll. (D’Addario)

Welche Saitenstärke für Anfänger?

Für Anfänger auf der E-Gitarre ist ein Satz 09-42 oder 10-46 häufig ein sinnvoller Ausgangspunkt.

09-42 bietet ein besonders leichtes Spielgefühl und erleichtert Bendings. 10-46 ist etwas straffer und stellt einen guten Kompromiss zwischen Komfort, Klang und Stabilität dar.

Bei einer Westerngitarre sind 10-47, 11-52 oder 12-53 mögliche Ausgangspunkte. Die Wahl hängt stark von Gitarrentyp, Spieltechnik und gewünschter Saitenspannung ab.

Bei einer empfindlichen oder älteren Akustikgitarre sollte man stärkere Saiten nicht einfach montieren, ohne die Eignung des Instruments zu berücksichtigen.

Welche Saitenstärke für Drop D?

Für Drop D wird die tiefe E-Saite auf D heruntergestimmt. Dadurch sinkt deren Spannung.

Wer beispielsweise einen 10-46-Satz spielt, kann für Drop D einen 10-52-Satz ausprobieren. Die stärkere tiefe Saite kompensiert einen Teil des Spannungsverlusts.

Besonders bei kräftigem Anschlag kann sich eine zu dünne tiefe Saite in Drop D schwammig anfühlen.

Welche Saitenstärke für tiefere Tunings?

Für Drop C oder noch tiefere Stimmungen werden häufig stärkere Saiten verwendet.

Stimmung Möglicher E-Gitarren-Satz
E-Standard 09-42 bis 10-46
Eb-Standard 09-42 bis 10-46
Drop D 09-46 bis 10-52
D-Standard 10-52 bis 11-54
Drop C 10-52 bis 12-60
B-Standard 12-60 und stärker

Diese Werte sind lediglich Orientierung. Bei langen Mensuren können dünnere Saiten ausreichend sein, während kurze Mensuren bei tiefen Tunings stärkere Saiten benötigen können.

Saitenstärke und Bendings

Je dünner die Saite, desto leichter lässt sie sich normalerweise benden. Deshalb bevorzugen viele Leadgitarristen 08er-, 09er- oder 10er-Sätze.

Stärkere Saiten bieten dagegen mehr Widerstand. Das kann bei kräftigem Rhythmusspiel, tieferen Stimmungen oder einer besonders straffen Spielweise erwünscht sein.

Ein 09-42-Satz kann sich bei gleicher Stimmung deutlich leichter anfühlen als ein 11-49-Satz.

Saitenstärke und Klang

Auch der Klang verändert sich mit der Saitenstärke. Dickere Saiten werden häufig mit einem kräftigeren und volleren Klang verbunden, während dünnere Saiten leichter reagieren und Bendings erleichtern.

Allerdings spielen Material und Konstruktion eine mindestens ebenso wichtige Rolle. So verwendet D’Addario beispielsweise unterschiedliche Wickelmaterialien wie Nickel-plated Steel, Pure Nickel, Bronze und Phosphor Bronze. (D’Addario)

Bei einer Westerngitarre können beispielsweise 80/20 Bronze und Phosphor Bronze trotz ähnlicher Saitenstärke unterschiedlich klingen.

Was bedeutet „String Tension“ genau?

String Tension bedeutet Saitenspannung. Sie beschreibt die Kraft, mit der die gespannte Saite unter der jeweiligen Stimmung belastet wird.

Eine hohe Spannung bedeutet nicht automatisch einen besseren Klang. Manche Gitarristen bevorzugen ein straffes Spielgefühl, andere möchten möglichst leicht greifen und benden können.

D’Addario beschreibt String Tension als einen wichtigen Faktor bei der Auswahl eines passenden Saitensatzes und empfiehlt, unterschiedliche Spannungen auszuprobieren. (D’Addario)

Fazit: Welche Saitenstärke ist 2026 die richtige?

Die optimale Saitenstärke hängt von Gitarre, Mensur, Stimmung und persönlicher Spielweise ab.

Für die E-Gitarre ist 10-46 ein sehr vielseitiger Ausgangspunkt. Wer besonders leichte Bendings möchte, kann 09-42 wählen. Für kräftigeres Spiel oder tiefere Tunings kommen 10-52, 11-49 oder stärkere Sätze infrage.

Bei der Westerngitarre ist 12-53 ein klassischer Allround-Bereich. 11-52 oder leichtere Sätze bieten ein weicheres Spielgefühl, während 13-56 oder 14-59 eine deutlich höhere Spannung erzeugen können.

Entscheidend ist letztlich nicht allein die Zahl auf der Verpackung. Saitenstärke, Mensur, Stimmung und Saitenkonstruktion bestimmen gemeinsam die tatsächliche String Tension. Wer zwischen verschiedenen Saitensätzen wechseln möchte, sollte deshalb möglichst die vom Hersteller angegebenen Spannungswerte vergleichen.

Quellen und weiterführende Informationen

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